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Dachausrichtung – Welche Himmelsrichtung ist ideal für Ihre Photovoltaikanlage?

Darum geht's in Kürze:
Die optimale Dachausrichtung für Photovoltaik ist Süden – auch Ost und West liefern gute Erträge.
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    Die Ausrichtung Ihres Daches hat direkten Einfluss auf die Leistung und Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage. Schon wenige Grade Unterschied können den jährlichen Stromertrag messbar verändern.

    Das Wichtigste in Kürze: Die Ausrichtung des Daches bestimmt maßgeblich den Ertrag und die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Eine Südausrichtung mit rund 30 Grad Neigung liefert den höchsten Stromertrag, während Ost- und Westdächer eine gleichmäßigere Stromproduktion über den Tag ermöglichen. Auch bei abweichender Ausrichtung kann eine PV-Anlage mit moderner Technik effizient arbeiten.

    Warum die Dachausrichtung entscheidend ist

    Die Ausrichtung des Daches zählt zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die Leistung einer Photovoltaikanlage. Je nachdem, ob eine Dachfläche nach Süden, Osten, Westen oder Norden zeigt, verändert sich die Menge an Sonnenlicht, die auf die Solarmodule trifft – und damit auch der mögliche Stromertrag. Diese Unterschiede wirken sich direkt auf die Rentabilität, den Eigenverbrauch und die Amortisationszeit aus.

    Während eine Südausrichtung in Deutschland als besonders ertragsreich gilt, sind auch Ost- und Westausrichtungen in vielen Fällen wirtschaftlich sinnvoll. Selbst Dächer mit Nordausrichtung können unter bestimmten Bedingungen genutzt werden, wenn beispielsweise eine flache Neigung oder moderne Modultechnologie vorliegt. Ziel dieses Artikels ist es, die Auswirkungen verschiedener Dachausrichtungen aufzuzeigen, typische Ertragswerte darzustellen und praxisnahe Empfehlungen zu geben.

    Was bedeutet Dachausrichtung konkret?

    Unter Dachausrichtung versteht man die Himmelsrichtung, in die eine geneigte Dachfläche zeigt. In der Photovoltaik spricht man vom sogenannten Azimutwinkel, der die Abweichung von der idealen Südausrichtung beschreibt. Ein Azimutwinkel von 0° entspricht exakt Süden, negative Werte weisen nach Osten, positive nach Westen. Bei ±180° spricht man von einer Ausrichtung nach Norden.

    Zusätzlich zur Ausrichtung spielt die Dachneigung eine wesentliche Rolle. Dieser Neigungswinkel beschreibt die Schrägstellung des Daches zur Horizontalen und beeinflusst, wie steil die Sonnenstrahlen auf die Solarmodule treffen. Gemeinsam bestimmen Azimut und Neigung, wie viel direkte und diffuse Sonneneinstrahlung die Module erhalten. In Mitteleuropa gelten Süddächer mit etwa 30 Grad Neigung als optimal. Doch auch bei abweichenden Werten lassen sich mit geeigneter Technik und Planung wirtschaftliche Anlagen realisieren.

    Südausrichtung – der Ertragsklassiker

    Eine Ausrichtung nach Süden gilt in Deutschland als optimal für Photovoltaikanlagen, da die Sonne ihren höchsten Stand mittags erreicht und dabei aus südlicher Richtung scheint. Solarmodule auf Süddächern profitieren somit von direkter Einstrahlung über den größten Teil des Tages.

    Ideale Bedingungen liegen vor, wenn das Dach eine Neigung zwischen 25 und 35 Grad aufweist. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich Erträge von etwa 950 bis 1.050 Kilowattstunden pro installiertem Kilowattpeak und Jahr erzielen – ein Spitzenwert, der sowohl Eigenverbrauch als auch Netzeinspeisung attraktiv macht.

    Selbst bei Abweichungen von der exakten Südausrichtung bleiben die Verluste in einem vertretbaren Rahmen. Ein Azimutwinkel von etwa 30 Grad nach Südost oder Südwest führt lediglich zu Ertragseinbußen von rund fünf bis acht Prozent. Diese Abweichungen lassen sich in vielen Fällen durch eine geringfügige Anpassung der Neigung ausgleichen oder durch die Wahl leistungsstarker Module kompensieren.

    Die Südausrichtung bietet eine hohe Gesamtproduktion, was vor allem für Haushalte von Vorteil ist, die tagsüber Strom verbrauchen oder auf Einspeisevergütung setzen. Zudem vereinfacht diese Ausrichtung die Planung, da der Ertragsverlauf vorhersehbar und konstant ist.

    Ost- oder Westausrichtung – gleichmäßiger Strom über den Tag

    Auch wenn Ost- und Westausrichtungen in Bezug auf den Jahresertrag leicht hinter Südanlagen zurückbleiben, sind sie vor allem im Hinblick auf den Eigenverbrauch sehr attraktiv. Auf Dächern mit einer dieser Ausrichtungen liefern Solarmodule jeweils in den Morgen- oder Nachmittagsstunden verlässlich Strom – je nachdem, ob sie nach Osten oder Westen zeigen.

    Eine Ost-West-Auslegung kommt häufig bei klassischen Satteldächern zum Einsatz, bei denen beide Seiten gleichermaßen genutzt werden können. Die Stromproduktion verteilt sich in diesem Fall besser über den Tag, was den Eigenverbrauch erhöht und die Nutzung eines Stromspeichers besonders effizient macht. Anlagen mit Ost- und Westausrichtung erreichen im Schnitt etwa 80 bis 90 Prozent des Ertrags einer Südanlage. Bei flacheren Dachneigungen – etwa zwischen 20 und 30 Grad – verbessert sich der Ertrag zusätzlich, da der Einstrahlwinkel in den Morgen- und Abendstunden günstiger ist. Besonders auf Flachdächern kann eine Ost-West-Aufständerung sinnvoll sein, da sie eine effiziente Flächennutzung ermöglicht und gleichzeitig die Windlast reduziert.

    In der Praxis ist diese Ausrichtung vor allem dann sinnvoll, wenn der Stromverbrauch in den Randzeiten des Tages liegt oder wenn bauliche Gegebenheiten eine Südausrichtung nicht zulassen. Zwar fällt der Ertrag zur Mittagszeit geringer aus, doch die gleichmäßige Verteilung über den Tagesverlauf gleicht diesen Nachteil häufig wieder aus.

    Interessant! Auch bei Ost- oder Westausrichtung lässt sich der Ertrag gezielt steigern. Eine flachere Dachneigung zwischen 20 und 30 Grad verbessert den Einstrahlwinkel, während moderne Wechselrichter mit mehreren MPP-Trackern den Stromfluss beider Dachseiten optimal regeln. So sichern Sie sich hohe Effizienz – auch ohne perfektes Süddach.

    Nordausrichtung – ein Sonderfall mit Potenzial

    Eine Nordausrichtung gilt zwar nicht als ideal, schließt die Installation einer Photovoltaikanlage jedoch nicht grundsätzlich aus. Entscheidend sind hier die Dachneigung, die Modultechnik sowie das individuelle Verbrauchsprofil.

    Grundsätzlich liegt der Ertrag bei Norddächern etwa 30 bis 50 Prozent unter dem einer Südausrichtung. Bei einer flachen Neigung von unter 20 Grad, wie sie bei Flachdächern oder flach geneigten Bungalows vorkommt, kann dennoch ein wirtschaftlich tragfähiger Betrieb erreicht werden. Entscheidend ist dabei, dass keine zusätzliche Verschattung durch Nachbargebäude oder Vegetation vorliegt.

    Moderne Hochleistungsmodule mit hohem Wirkungsgrad sowie bifaziale Module, die Licht von beiden Seiten aufnehmen können, helfen dabei, auch auf Nordflächen einen nutzbaren Stromertrag zu erzielen. Wenn der Stromverbrauch besonders konstant über den Tag verteilt ist oder keine andere Dachfläche zur Verfügung steht, kann sich eine Anlage auf der Nordseite unter Umständen lohnen.

    Die Entscheidung sollte jedoch stets auf Basis einer individuellen Ertragsprognose getroffen werden. Auch die Kombination mehrerer Dachflächen – etwa Ost, Süd und Nord – ist eine Option, um die vorhandene Dachfläche optimal zu nutzen.

    Weitere Einflussfaktoren auf den Ertrag

    Neben der reinen Himmelsrichtung beeinflussen weitere technische und bauliche Faktoren den Stromertrag einer Photovoltaikanlage erheblich. Dazu zählt an erster Stelle die Dachneigung. Während bei Südausrichtung eine Neigung von 30 Grad als ideal gilt, führen bei Ost- oder Westdächern flachere Winkel oft zu besseren Ergebnissen. Auf Flachdächern ist eine Aufständerung erforderlich, um den Einstrahlwinkel zu optimieren.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verschattung. Schon eine teilweise Abschattung einzelner Module durch Bäume, Gauben oder Nachbargebäude kann zu spürbaren Ertragseinbußen führen – insbesondere bei in Reihe geschalteten Modulen. Durch sogenannte Optimierer oder Modulwechselrichter lässt sich dieses Problem in vielen Fällen lösen.

    Auch die Wahl des Modultyps hat Einfluss auf die Effizienz. Hochleistungsmodule mit hoher Flächenleistung oder bifaziale Module können Schwächen in der Ausrichtung teilweise ausgleichen. Die Kombination mit einem geeigneten Wechselrichter trägt zusätzlich zur Systemeffizienz bei.

    Nicht zuletzt spielt der Azimutwinkel eine Rolle. Kleine Abweichungen zur idealen Südausrichtung führen, wie bereits beschrieben, nur zu geringen Verlusten. Eine sorgfältige Planung und Ertragsberechnung ist in jedem Fall ratsam.

    Solarertrag nach Himmelsrichtung

    Die Ausrichtung des Daches hat einen direkten Einfluss auf den Ertrag einer Photovoltaikanlage – sie bestimmt, wann und wie viel Solarstrom erzeugt wird. Eine Südausrichtung erzielt zwar den höchsten Jahresertrag, doch auch Ost-, West- oder sogar flach geneigte Norddächer bieten sinnvolle Möglichkeiten, vor allem bei gezielter Planung. Die Grafik zeigt, dass neben der Himmelsrichtung auch Faktoren wie Dachneigung, Verschattung und das persönliche Verbrauchsprofil entscheidend sind, wenn es um die optimale Nutzung von Solarenergie geht.

    Infografik, die zeigt, welche Dachausrichtung sich am besten für Solarmodule eignet, mit Symbolen und kurzen Erklärungen für jede Option.

    Planung und Optimierung der Dachausrichtung in der Praxis

    Auch wenn die Dachausrichtung selbst nicht verändert werden kann, lässt sich der Ertrag durch gezielte Planung deutlich verbessern. Eine präzise Ertragsanalyse vor der Installation zeigt, wie stark sich Neigung, Azimutwinkel oder Verschattung auf die Leistung auswirken. So können Hausbesitzer bereits im Vorfeld einschätzen, welches Potenzial ihr Dach bietet.

    Auf Flachdächern oder bei leicht abweichender Ausrichtung kann der Ertrag durch eine angepasste Aufständerung der Module gesteigert werden. Diese ermöglicht, den Einstrahlwinkel zur Sonne zu optimieren, ohne die Dachfläche stark zu belasten. Auch moderne Wechselrichter mit mehreren MPP-Trackern und sogenannte Moduloptimierer helfen, den Stromertrag zu stabilisieren – besonders dann, wenn Teilflächen unterschiedlich ausgerichtet sind.

    Ergänzend trägt ein Stromspeicher dazu bei, den Eigenverbrauch zu erhöhen, selbst wenn die Anlage aufgrund der Ausrichtung weniger Gesamtstrom produziert. Der tagsüber erzeugte Strom steht dann abends oder nachts zur Verfügung, was die Wirtschaftlichkeit der Anlage langfristig verbessert.

    Mit diesen Maßnahmen lässt sich nahezu jede Dachausrichtung effizient nutzen – vorausgesetzt, Planung und Technik sind optimal aufeinander abgestimmt.

    Wirtschaftlichkeit verschiedener Dachausrichtungen

    Die Dachausrichtung bestimmt nicht nur den Stromertrag, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Während bei Südausrichtung der Jahresertrag bei bis zu 1.050 Kilowattstunden pro installiertem kWp liegt, erreichen Ost- oder Westanlagen etwa 850 bis 900 Kilowattstunden. Norddächer liefern – abhängig von Dachneigung und Technik – etwa 500 bis 700 Kilowattstunden.

    Diese Unterschiede wirken sich auf die Amortisationszeit aus. Doch insbesondere bei hoher Eigenverbrauchsquote lassen sich auch mit Ost- und Westausrichtung sehr wirtschaftliche Anlagen realisieren. Denn der selbst erzeugte Strom ersetzt teuren Netzstrom und rechnet sich oft besser als die Einspeisung.

    Wer beispielsweise tagsüber im Homeoffice arbeitet oder einen Stromspeicher nutzt, profitiert besonders von einer Ost-/Westanlage. Haushalte mit starkem Verbrauch zur Mittagszeit wiederum fahren mit einer Südausrichtung besser.

    Eine Entscheidungshilfe bietet eine Vor-Ort-Begehung mit detaillierter Ertragsprognose. Dabei sollten Verschattung, Dachneigung, Nutzungsprofil und technische Möglichkeiten ganzheitlich bewertet werden.

    Wissenswert!Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage hängt weniger von der Stromproduktion als vom Eigenverbrauch ab. Je höher der Anteil des selbst genutzten Solarstroms, desto schneller amortisiert sich die Anlage. Durch den Einsatz eines Stromspeichers oder die Kombination mit Verbrauchern wie Wärmepumpe und E-Auto lässt sich der Eigenverbrauchsanteil deutlich steigern.

    Praxisbeispiele – was funktioniert in der Realität?

    Ein typisches Einfamilienhaus mit Südausrichtung und 30 Grad Neigung erzielt pro installiertem Kilowattpeak einen Stromertrag von über 1.000 Kilowattstunden im Jahr. Das ist das ideale Szenario für eine hohe Einspeisung und schnelle Amortisation.

    Ein anderes Beispiel: Ein Satteldach mit Ost- und Westausrichtung, flacher Neigung und zusätzlichem Speicher. Hier beträgt der Stromertrag rund 850 Kilowattstunden pro kWp, dafür ist die Eigenverbrauchsquote sehr hoch. Die Stromkosten sinken spürbar, die Wirtschaftlichkeit ist hervorragend.

    Auch ein Norddach kann sinnvoll genutzt werden – etwa bei einem Flachdach mit 15 Grad Neigung und ohne Verschattung. Hier lassen sich je nach Modulwahl 600 bis 700 Kilowattstunden pro kWp erzielen. Technisch aufwändiger, aber nicht ausgeschlossen.

    Häufig gestellte Fragen zur Dachausrichtung

    Die Ertragseinbußen bei einer Abweichung von 30 Grad nach Südost oder Südwest liegen in der Regel bei etwa 8 bis 10 Prozent. Das bedeutet: Auch bei nicht ganz perfekter Südausrichtung bleibt Ihre Photovoltaikanlage wirtschaftlich sinnvoll und leistungsfähig – insbesondere mit moderner Technik und durchdachter Planung.

    Ja, das ist möglich – vor allem bei flachen Dachneigungen unter 20 Grad und ohne Verschattung. Zwar fällt der Ertrag gegenüber Süddächern deutlich geringer aus, aber durch hochwertige Module und eine gute Auslegung kann sich die Investition dennoch lohnen, wenn keine andere Dachfläche zur Verfügung steht.

    Nicht unbedingt, denn bei geringem Eigenverbrauch profitieren Sie eher von einer Südausrichtung mit hoher Einspeiseleistung. Ost- und Westanlagen sind vor allem dann vorteilhaft, wenn morgens oder abends viel Strom verbraucht wird oder wenn ein Stromspeicher integriert ist, der die Erzeugung über den Tag verteilt nutzbar macht.

    Für Ost- und Westausrichtungen empfehlen sich flache Dachneigungen zwischen 20 und 30 Grad, um die Sonnenstrahlen in den Morgen- und Abendstunden möglichst senkrecht auf die Module treffen zu lassen. Bei steileren Dächern nehmen Ertrag und Eigenverbrauchsquote dagegen spürbar ab.

    Verschattungen – selbst kleinflächige – können deutlich stärkere Ertragseinbußen verursachen als eine ungünstige Himmelsrichtung. Deshalb sollte die Verschattungsanalyse immer Teil der Planung sein, denn Schatten wirkt sich nicht nur auf einzelne Module, sondern oft auf ganze Modulstränge aus – es sei denn, geeignete Technik wie Leistungsoptimierer wird eingesetzt.

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    Ihr Redakteur: Ray von FEBESOL Solartechnik

    Fazit: Welche Ausrichtung lohnt sich?

    Die optimale Dachausrichtung hängt vom Einzelfall ab. In Deutschland bieten Süddächer mit rund 30 Grad Neigung die höchsten Erträge. Ost- und Westdächer sind wirtschaftlich interessant, wenn der Strom vorrangig selbst verbraucht wird – etwa durch Speicher oder zeitlich passenden Verbrauch. Norddächer sind eine Option bei flacher Neigung und entsprechender Technik.

    Entscheidend ist die Gesamtkonstellation aus Dach, Technik, Verbrauch und Planung. Mit der richtigen Beratung lassen sich für nahezu jede Dachausrichtung sinnvolle und rentable Lösungen finden.

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